„Sacrelektro“ in der Elbphilharmonie

Kunstprofil nimmt die Architektur der Elbphilharmonie genau unter die Lupe.

Die aus Studenten bestehende Junge Norddeutsche Philharmonie spielte das Orchesterstück „ Le sacre du printemps“ (Das Frühlingsopfer) von Igor Strawinsky (1882-1971). Das Orchesterstück wurde in dem ersten Teil der Veranstaltung in der Originalversion von 1913 unter der Leitung des Dirigenten Christoph Altstaedt gespielt. Die Version von 1913 endete damals mit einem der größten Musikskandele aller Zeiten.
In dem zweiten Teil des Orchesterstückes wurde dasselbe Stück in einer modernen Version dargestellt. Die modernere Version wurde mit vielen elektronischen Effekten von Hinsken, Lutz,Kordzaia, Maier-Hauff und Urbat präsentiert.

Weil sich unser Kunstprofil im zweiten Semester unter der Leitung von Jörg Balfanz mit dem Thema Architektur befasst, wurde die Elbphilharmonie im Rahmen des Konzertbesuchs bis in das kleinste Detail untersucht. Vor dem Besuch haben wir eine informative Dokumentation über den Bau und die Multifunktion der Elbphilharmonie geschaut. Anschließend haben wir die Architektur der Elbphilharmonie in unterschiedliche Bereiche aufegteilt und uns auf die Suche nach den Besonderheiten des Gebäudes gemacht.

Sohal Azad

Multifunktional

Die Elbphilharmonie ist nicht nur ein Konzerthaus. Es ist so vielfältig wie kein anderes Gebäude in Hamburg. In der Elbphilharmonie gibt es einen kleinen Saal mit 550 Sitzlpätzen, die für Liederabende und Kammermusik gut geeignet ist. Für größere Veranstaltungen ist der große Saal mit 2.100 Sitzplätzen geeignet. Der große Saal befindet sich in der Mitte des Gebäudes. Um überhaupt die Säle erreichen zu können, nutzt man die Tube die man durch den Haupteingang erreicht. Die Tube ist 82 Meter lang. Es ist die längste Rolltrepe in Hamburg. Am Ende der Rolltreppe befindet sich die Palaza, die zu einem öffentlichen Ort gehört. In der Plaza befindet sich die Störtebeker Elbphilharmonie mit einem Restaurant. Ganz oben befindet sich in der Elbphilharmonie das Westin Hotel, mt 244 Zimmern und Suiten. Zudem gibt es 45 Appartments mit einem Balkon, dessen Ausblick auf Hamburg unvergesslich ist.

Sohal Azad

Die Welle

Das riesig geschwungene Glasdach der Elbphilharmonie hat keine normale Frorm. Es soll die Form einer Welle darstellen. Dies war die Idee des Architekten Jacques Herzog im Dezember 2001. Nicht nur von außen ist die Elbphilharmonie mit dem Wellenmotiv besetzt. Auch innen wird dies aufgegriffen in Form von geschwungenden Wänden, Fenstern und Räumen. Dadurch entsteht ein sehr weicher und harmonischer Eindruck im ganzen Gebäude. Des Weiteren passt die Elbphilharmonie mit dem Motiv der Welle gut in den Hamburger Hafen und zur Hamburger Elbe und harmoniert somit mit ihrer Umgebung.

Vanessa Gilow

Kostenexplosion

Die Elbphilharmonie wurde von 2007 bis 2016 mit Streit, Pannen und Skandalen fertiggestellt. Im Jahre 2005 war von städtischen Baukosten in Höhe von 77 Millionen Euro die Rede, am Ende kostete das Gebäude 789 Millionen Euro. Die markante Glasfassade erstreckt sich über 16.000 Quadratmeter. Dafür wurden 1.100 unterschiedlich geformte Glaselemente angefertigt. Insgesamt wiegt das Konzerthaus 200.000 Tonnen.

Ebru Orhan

Einzigartiges Fensterdesign

Ein Teil der Elbphilharmonie besteht aus über 1.000 zusammengesetzten Fassadenelementen. Jedes einzelne Fenster ist durch Siebdruck individuell bedruckt und dadurch ein Unikat. Die Siebdruckpunkte  fangen die Farben und Lichter der Umgebung ein und reflektieren sie. Dieser Effekt wird außerdem durch die Form an einigen Stellen der Fenster verstärkt. Zudem bestehen die Fenster aus sehr starkem Glas und halten somit sogar stärksten Unwettern stand.

Kim Tiedemann

 

Längste Rolltreppe Westeuropas

Die Rolltreppe der Elbphilharmonie ist mit 82 Metern und zweieinhalb Minuten Fahrzeit die längste Westeuropas. Das Besondere an der Rolltreppe ist, dass sie nicht wie gewöhnliche Rolltreppen gerade verläuft, sondern wie in einem Bogen geformt ist. Die Treppe befindet sich in der sogenannten Tube. Die Wände sind hellweiß und mit 7900 Glaspailletten beschmückt. Die Beleuchtung der Tube scheint auf die Glaspailletten und wird in ihnen gespiegelt.

Patrycja Radkiewicz

Ausblick von der Plaza

Der öffnetlich gestaltene Zwischenraum zwischen Backsteinsockel und der gläsernen Krone ist eine Aussichtsplattform, die einen Blick über ganz Hamburg gewährt. Die Plaza ist mit 37 Metern Höhe perfekt für einen Rundumblick, denn sie verbindet die Hafencity mit dem Rest der Stadt. Der Innenraum wird als erster Eingang zu den Konzertsälen und zum Hotel genutzt und wird abgetrennt durch wellenförmige Fenster. Außerdem besitzt die Plaza ein Café und einen Shop, indem Andenken erworben werden können. Die Plaza ist täglich von 9 Uhr bis 24 Uhr geöffnet und kostenlos zugänglich.

Hannah Greibke

Der schwebende Saal

Der große Saal der Elbphilharmonie liegt zentral im Gebäude. Bei der Konstruktion mussten viele Aspekte zum Thema Schall berücksichtigt werden. So musste darauf geachtet werden, dass die in der Elbphilharmonie liegenden Wohnungen und das Hotel während eines Konzertes leise bleiben, sprich der Sound musste im Raum bleiben und keine fremden Geräusche durften eindringen. Durch Einbau von Spiralen, die Federn heißen, bekam der Saal außenrum einen Leerraum. Dieser soll den Klang, der aus dem Saal schallt oder in den Saal eindringen möchte, aufhalten. Er schwebt sozusagen in der Luft. Dadurch gelang der große Saal zu seinem Namen: „Der schwebende Saal“.

Liza Harrisson-Waters

Weiße Haut

Die Weiße Haut besteht aus 10.000 Gipsfaserplatten, von denen jede individuell gefräst wurde. Die Platten sind mit einer einzigartigen Oberfläche aus Vertiefungen und Riefen versehen, um den Schall an jeder Stelle des Saals bestmöglich zu brechen. Keines der Muster darf sich wiederholen, damit es keine Interferenzen gibt.

Jennifer Koecks

Glaskugelleuchten

Die rund 1200 mundgeblasenen Glaskugelleuchten, die sich an der Decke des Konzertsaals befinden, wirken wie lichtgefüllte Wasserblasen. Beachtenswert ist, dass bei der komplizierten Produktion der Glaskugelleuchten nur etwa jede zweite Leuchte fehlerfrei hergestellt werden konnte. Die Lampenfassung ist unsichtbar für den Betrachter in der Decke verbaut. Die Sonderleuchte vereint traditionelle Handwerkskunst mit moderner LED-Technologie. Mit einer Farbtemparatur von 2700 K sorgt die Leuchte für eine stimmungsvolle Lichtatmosphäre im Konzertsaal. Ausserdem ist ein Drittel der Glaskugelleuchten an die Notlichtversorgung angeschlossen.

Aliakbar Taheri

Bequem Platz nehmen

Der kleine Konzertsaal der Elbphilharmonie beinhaltet 550 Sitzplätze, der große Konzertsaal 2100 Sitzplätze. Die Musiker sitzen hierbei im Zentrum, so dass kein Platz mehr als 30 m Luftlinie vom Standpunkt des Dirigenten entfernt ist. So wie das Meiste in der Elbphilharmonie, so sind auch die Stühle extra anfertigt worden. Die Stühle haben jeweils 1000 € gekostet. Die Möbel verfügen nicht nur über einen großen Sitzkomfort sondern erfüllen auch die Akustikanforderungen eines hochkomplexen Konzertsaals. Sie haben einen Polsterverbund mit einem speziellen Gewebe zwischen Polsterschaum und Bezugsstoff, das schwer entflammbar ist und somit eine Branderweiterung ausgeschlossen ist.

Aurelija Balciute

Weinbergprinzip

Unter dem Weinberg Prinzip versteht man Konzertsäle, die in Terrassenform angeordnet sind. In der Mitte befinden sich die Musiker, um sie herum haben die Zuschauer Platz. Die Musik soll hierbei im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt stehen. Dieser Art der Architektur eines Konzertsaales steht der Bau des Schuhkartons gegenüber. Bei dem Schuhkasten sitzen die Zuschauer in einem Quadratischen Raum dem Orchester frontal gegenüber. Dies wird von vielen Klassik-Liebhabern bevorzugt und auch durch Forschungen bewiesen, dass die Architektur des Schuhkastens besonders gut ist,  weil der Wiederhall der Seitenwände die hohen Töne und oberen Töne gerade bei lauten Musikpassagen besonders hervorhebt und somit einen dynamischen Klang erzeugt wird. Wir empfanden den Klang der Elbphilharmonie dennoch erstklassig.

Amelie Uchlierz

Die Ränge und ihre einzigartige Architektur ermöglichen, dass der Klang der Musik überall der selbe ist. Es wirkt alles ziemlich klein und gemütlich, was eine angenehme Atmosphäre fördert. Der gemütlichen Atmosphäre passen sich die Sitzplätze an, da diese genauso gemütlich sind wie die Atmosphäre, in der man dich befindet.

Emel-Selin Uysal

 

Fotos: Niklas Baumann, Nikol Georgieva, Isabella Ingravalle, Taylin Krahmer, Marillia Lüdeke, Michelle Lüdeke, Finn Oldag, Daniel Szulist.

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