Nebel, Freiheit und Beethovens siebte Sinfonie

Musikkurs zu Gast in der Elbphilharmonie: „Freigeist“

Foto: Johannes Wefels

Beethoven sei „reif fürs Irrenhaus“ – so meinte Carl Maria von Weber nach der Uraufführung der Siebten Sinfonie. Wenn wir nicht gewusst hätten, dass hinter dem dichten Nebel die Elbphilharmonie stehen sollte, so hätte man uns bei dem Anblick am Morgen des 06.11.2018 wohl bei der Aussage: „Da muss sie sein!“ mit den selbigen Worten versehen.

„Freigeist“, so lautete der Titel des Konzertes welches durch das Mahler Chamber Orchestra bestritten wurde und zuvor von Martina Taubenberger moderiert wurde.

Das Orchester spielte in der „Elphi“ ohne Dirigent und zudem noch im Stehen. Hierdurch wird – wie wir (der Musikkurs 12/13 von Herrn Zeidler) im ersten Teil des Konzertes bei einer Einführung erfahren durften – ein gewisses Gefühl von körperlicher Freiheit und für die Bläser eine bessere Atmung erzeugt. Die Einführung beinhaltete einen geschichtlichen Kontext zur Entstehung des Werkes und Beethovens Beweggründe für die Entstehung der Sinfonie. So wurden wir durch kurze Passagen im Vorfeld auf wesentliche Inhalte der Sinfonie aufmerksam gemacht. Die einzelnen Sätze wurden musiktheoretisch aufgearbeitet und dadurch plausibel gemacht. Der zweite Satz der Sinfonie kam einigen von uns bekannt vor, da der Film „The King’s Speech“ auch Inhalt des Englischunterrichts war. Die Verknüpfung von Musik und Film sowie den verschiedenen Unterrichtsfächern wurde uns hier wieder einmal deutlich.

Freiheit, im musikalischen sowie im gesellschaftlichen Kontext wird in dieser Sinfonie durch die rhythmische Energie, die sich im Finale der Sinfonie durchsetzt besonders deutlich. Der Kaiser Napolen – von Beethoven verhasst und in der Völkerschlacht bei Leipzig besiegt – wird in der Siebten Sinfonie klar herausgestellt.

Musikalischer Hochgenuss, der sich bestimmt lange in unsere Erinnerungen verewigen wird. Der Nebel war nach dem Konzert verflogen – die Freiheit und die Orientierung hatte uns wieder. 

Alexander Zeidler

Foto: Alexander Zeidler

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